Weihnachtsreise 2017

Dieses Jahr haben wir (Christoph, Frederik und Barbara) unsere Weihnachtsreise nach Rumänien bereits am Freitag, 1. Dezember angetreten. Per Flugzeug nach Iasi und von dort mit dem Mietwagen nach Suceava dauert es insgesamt nur etwa 5 Stunden; trotzdem ist der Nordosten Rumäniens eine ganz andere Welt. Schon während der Autofahrt stellen wir fest, wir kommen immer wieder gern hierher und freuen uns schon auf alte Bekannte und neue Gesichter.

Am Abend trafen wir M. und ihre Schwester I., zwei unserer Stipendiatinnen. Die beiden kennen wir schon seit mehreren Jahren. M wird im Sommer ihre Ausbildung als Krankenschwester abschließen. I hat im Herbst an der Universität Suceava ein Studium als Physiotherapeutin und Kinesiologin begonnen, das sie nach 3 Jahren mit einem Bachelortitel abschließen wird.

Besonders gefreut haben wir uns über das Wiedersehen mit J. Er war der dritte Student, den unser Verein – dank Eurer Hilfe – von 2007- 2012 unterstützen konnte. J. hat Public Adminstration (Masterstudium) studiert und arbeitet heute in der Stadtverwaltung in Suceava als Public Procurement Spezialist. Es war ein schöner Abend und ein guter Beginn unserer Reise.

Über Nacht wurde es dann – rechtzeitig für die Weihnachtsfeier im Waisenhaus – auch noch richtig weihnachtlich. Der angesagte Schnee kam pünktlich und nur dank eines freundlichen Rumänen, der uns einen kleinen Besen borgte, konnten wir unsere Fahrt nach Balanceana am Samstag Früh mit abgekehrtem Auto antreten.

In Balanceana erwarteten uns L., A. und B., unsere Stipendiaten gemeinsam mit Bogdan, einem Lehrer aus der lokalen Schule. Bogdan war unter anderem gekommen um für uns zu übersetzen, aber es stellte sich bald heraus, dass A. und B. diese Aufgabe auch leicht übernehmen konnten. Mit unseren Stipendiaten und dem Lehrer führen wir ein interessantes Gespräch. Wir erfahren nicht nur wie es den Stipendiaten bei ihrer Ausbildung geht, sondern bekommen auch viele Informationen über die aktuelle Situation im Ort und im Land. Gegen Mittag müssen wir uns verabschieden. Wir werden mit vielen guten Wüschen für Weihnachten und das neue Jahr bedacht. Und da alle ihre Ausbildung fortsetzen wollen, freuen wir uns schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Unsere nächste Station ist das Waisenhaus in Falticeni. Dort werden wir – wie jedes Jahr – schon freudig erwartet. Gerade werden die Weihnachtspackerl in den große Saal getragen, in dem die Weihnachtsfeier stattfinden wird. An dieser Stelle wollen wir uns nochmal bei allen Packerlspendern und Spenderinnen bedanken, genauso wie bei der Spedition Gebrüder Weiss, die auch dieses Jahr die Geschenke kostenlos nach Falticeni gebracht hat.

Während wir mit der Leiterin Gabriela und ihrer Kollegin Anca besprechen, wie das Spendengeld im letzten Jahr verwendet wurde, hören wir schon Weihnachtslieder – die letzten Proben für die Feier.

Doch noch ist es nicht so weit, denn den beiden Damen ist es wichtig uns zu erklären welchen großen Unterschied die finanzielle Unterstützung durch den Verein im Leben der Kinder und Jugendlichen macht. Unter anderem bekommt jedes Kind zu seinem Geburtstag 50 Lei. Vielen Kinder verwenden das Geld um damit eine kleine Geburtstagsparty in ihrer Wohneinheit zu organisieren, andere erfüllen sich damit einen Geburtstagswunsch. Mit dem übergebenen Geld kann Gabriela aber auch gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten organisieren. Besonders wichtig ist Gabriela, dass die Kinder und Jungendlichen, die noch Familienangehörige haben, aber nicht bei ihnen leben können, mit diesen in Kontakt bleiben. Auch das kann mit dem Spendengeld ermöglicht werden.

Nach unserem Gespräch sind wir wieder sehr beeindruckt wieviel Gabriela und ihre Mitarbeiter mit dem Spendengeld organisiert haben. Ein dicker roter Ordner mit vielen Fotos und Rechnungen dokumentiert das eindrucksvoll.

Dann ist es soweit, die Weihnachtfeier kann beginnen. Die Kinder und Jugendlichen haben in kleinen Gruppen Lieder und einen Tanz einstudiert. Nicht nur wir, auch alle Kinder und Betreuer sind von den Darbietungen begeistert. Im Anschluss können wir dann – endlich – die Geschenke austeilen. Wir haben dieses Jahr den Inhalt der Pakete geändert und waren deshalb besonders gespannt auf die Reaktionen. Wir freuen uns also sehr, als uns eine Gruppe von Mädchen im Anschluss an die Feier in ihrer Wohneinheit einlädt. So können wir die Freude über die neuen Winterjacken ganz direkt miterleben.

Auch dieses Jahr haben wir wieder gesehen, wieviel die Geschenke den Kindern und Jungendlichen bedeuten. Für die Kinder ist es weit mehr als der Sachwert der zählt. Es ist das Gefühl, dass eine bestimmte Person oder Familie sich Zeit genommen hat und so schön Sachen zusammengestellt und verpackt hat – ganz speziell und individuell für jedes einzelne Kind.

Vielen Dank im Name aller Beschenkten an alle Packerlengel!!! Stellvertretend für Euch durften wir unzählige selbstgebastelte Weihnachtskarten, Zeichnungen, Weihnachtswünsche und Dankeschöns (in verschiedenen Sprachen) und auch selbst gebastelte Weihnachtsgeschenke entgegennehmen.

Den Abschluss dieses schönen und langen Tages bildetet ein Essen mit unserem alten Freund Vasile und seiner Frau. Die beiden gaben den Anstoß für die erste Reise und natürlich freuen wir uns immer sie wieder zu sehen.

Sonntag morgen stehen wir etwas früher auf um noch die neu renovierte Burg von Suceava besichtigen zu können, einer unserer Stipendiaten hat dankenswerterweise zu einer interessanten Führung verholfen. Dann müssen wir schon wieder los, am Nachmittag kehren wir müde aber glücklich und dankbar nach Wien zurück. Es war wieder eine wirklich wunderschöne Reise!

Mehr Informationen und Einblick in die übergebenen Unterlagen geben wir Euch gern bei unserer Generalversammlung am 20. Februar 2018.

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